Marmelade, Geschichte, Herkunft

Marmelade – Herkunft, Geschichte und Verordnung

Marmelade – Herkunft, Geschichte und Verordnung
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Per Definition bezeichnet man einen Brotaufstrich aus Früchten, die gemeinsam mit Zucker eingekocht wurden als Marmelade (von portug. marmelo ‘Quitte’). Die Frucht selbst, sollte im Produkt nicht sichtbar bleiben. Die Europäische Union (EU) hat die Bezeichnung von Marmelade klar geregelt: Offiziell dürfen nur Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten wie Zitronen und Orangen als Marmelade bezeichnet werden. Besteht der Fruchtaufstrich aus anderen Früchten (Erdbeermarmelade, Himbeermarmelade, etc.) müssen die Produkte im offiziellen Verkauf als Konfitüre ausgewiesen werden. Bei selbstgemachter Marmelade bleibt jedem frei, wie er seinen Fruchtaufstrich nennt. Eine Ausnahme besteht im EU-Land Österreich: Hier wird dank Ausnahmeregelung auch Fruchtaufstrich als Marmelade verkauft, der nicht aus Zitrusfrüchten hergestellt wurde.

Wortherkunft


Der Begriff “Marmelade” stammt vom portugiesischen Wort “marmelada”, das auf Deutsch so viel bedeutet wie “Quittenmuss”. “Marmelo” bezeichnet die Quitte (Honigapfel).

Geschichte der Marmelade


Bereits im antiken Rom, kannte man eine marmeladenähnliche Substanz. Dies wurde bei Ausgrabungen im Jahre 1937 nachgewiesen, als man in Tongefäßen eindeutige Rückstände von Zuckerrohr in Verbindung mit Zwetschgenmus (Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaumen) gefunden hat.

Orangenmarmelade, die der heutigen EU-Verordnung entspricht, wurde schon im 17. Jahrhundert (genaues Jahr: 1669) von Samuel Pepys, dem damaligen Staatssekretär im englischen Marineamt, erwähnt. In seinem Tagebuch schrieb er: „Ich trank dort zum ersten Mal Apfelsinensaft, wohl einen halben Liter und in einem Zug. Aus den Schalen machen sie Marmelade. Den Saft trinken sie wie Wein, mit Zucker, und er schmeckt köstlich…”.

Als ältestes Rezept für Marmelade gilt da von Eliza Cholmondeley im Jahre 1677 dokumentierte „Marmelet of oranges“, das sich heute in den Archiven der englischen Grafschaft Cheshire befindet.

Ein kommerzieller Handel mit marmeladenähnlichen Produkten lässt sich erstmals in Dundee, Schottland nachweisen. Die Kaufmannsfrau Janet Keiller “erfand” ende des 18. Jahrhunderts eine Bitterorangenmarmelade. Auf die Idee kam sie, als ihr Sohn, seines Zeichens Lebensmittelhändler, einem spanischen Handelsschiff eine große Menge Bitterorangen abkaufte.

Weil die bitteren Früchte im Rohzustand nicht genießbar waren, kochte seine Mutter Janet die Orangen in kleinen Stücken zerhackt mit sehr viel Zucker ein, um die Säure zu neutralisieren. Das Endprodukt schmeckte so gut, dass es als “Jam”, gemeinsam mit anderen Marmeladensorten in ihrem Süßwarenladen verkauft wurde. Aufgrund steigender Nachfrage, gründete Familie Keiller 1797 die erste offizielle Marmeladenfabrik der Welt im schottischen Dundee.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Marmelade


Neben der Verwendung als Brotaufstrich, ist Marmelade Bestandteil vieler deftiger und süßer Rezepte bzw. Gerichte. In Österreich wird beispielsweise Palatschinken mit Marmelade bestrichen, bevor er eingerollt wird. Auch die Sachertorte wird mit passierte Marillenmarmelade bestrichen, bevor sie glasiert wird. In Deutschland kennt man Zwetschgenmus bzw. Zwetschgenmarmelade als Füllung von Berlinern (Kreppeln, Krapfen).

Trivia


  • Ein Wirt in der Wachau löste die „Marillen-Affaire“ aus, als er sich weigerte, seine Marillenmarmelade als Aprikosenkonfitüre zu bezeichnen. Ergebnis war eine Ausnahmeregelung in der Bezeichnungsvorschrift.
  • In Österreich bezeichnet man Norddeutsche gerne (scherzhaft) als Marmeladinger.
  • In Teilen Kroatiens, ist die Bezeichnung „Marmelade“ auch für Knoblauch mit Olivenöl gebräuchlich.
Quellen

wikipedia.org

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